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Peter Fitzek mit Reichbürger-Sekte „Königreich Deutschland“ im Raum Hamburg

Teilnehmende des „Zukunftskongress“ vom „Königreich Deutschland“ vor dem Veranstaltungsort in Holm am 1. Juni 2024. Bild: isso.media

Angekündigt als „Peter Menschensohn“ lud der selbsternannte „König von Deutschland“ Peter Fitzek am vergangenen Wochenende seine Anhängerschaft zum „Zukunftskongress“ in den „Ladiges Gasthof“ in Holm bei Hamburg ein. Der Ort sollte geheim bleiben, nur „An- und Zugehörige“ des „Königreich Deutschland“ (KRD) bekamen die Location genannt. Es sollte das „wichtigste Treffen des Jahres“ werden. Rund 70 Personen vor allem aus Norddeutschland sind angereist, um die Strukturen der Sekte auf dem Kongress weiter auszubauen. Einige brachten ihre Kinder mit.

Das KRD ist eine rechte Sekte, die neben der Errichtung eines Fantasiestaats hauptsächlich darauf abzielt, Geld zu akquirieren und Land zu kaufen. Seit 2023 sind verstärkte Aktivitäten des Hamburger Ablegers zu verzeichnen. Ein Blick in die Hamburger Strukturen offenbart enge Verbindungen zu „Querdenken-40“ und eine extrem Rechte Regionalleitung.

Das „Königreich Deutschland“

Peter Fitzek auf dem „Zukunftskongress“ in Holm am 2. Juni 2024.

 

Im September 2012 ließ sich der gelernte Koch und Kampfsportler Peter Fitzek zum „Obersten Souverän“ des ausgerufenen „Königreich Deutschlands“ küren. Inzwischen sollen sich etwa 2000 Personen der Gruppierung angeschlossen haben, bei Telegram weist die Hauptgruppe über 12 Tausend Abonnenten auf.

Im „Königreich“ ist alles hierarchisch organisiert und wird von Fitzek kontrolliert und überwacht. Es gibt eine eigene Währung – man zahlt im „Königreich“ mit „Engelgeld“ – , eine Bankfiliale („GemeinwohlKasse“) und eine Art Kranken- und Rentenversicherung. Aufgrund der illegalen Bank- und Versicherungsgeschäfte gab es mehrfach Razzien und Fitzek wurde bereits zu einer Haftstrafe verurteilt. Doch dies hält ihn nicht ab, seine Geschäfte fortzuführen und auch seine getreue Anhängerschaft sieht Fitzek in ihrer Parallelwelt als eine Art überirdischen Anführer.

Um Mitglied zu werden, muss eine „Staatsprüfung“ abgelegt werden. Mitglieder geben ihre Personaldokumente ab, erhalten einen KRD „Staatsbürgerausweis“ und überschreiben ihre Einkünfte und Privatbesitz dem KRD. Mehrere Millionen landen so in der Tasche von Fitzek, die er auch dazu nutzt, Objekte zu kaufen. Hauptsitz des KRD ist ein ehemaliges Krankenhaus in Wittenberg, in Sachsen-Anhalt. Wie der Übertritt ins KRD gelingt der man dort ein Unternehmen eröffnet, erfährt man in diversen kostspieligen Seminaren. Ein zweitägiges Seminar zum „Systemausstieg“ kostete 2023 satte 374 Euro. Hinzu kommen teure pseudomedizinische Gesundheitsleistungen, die vor Ort erworben werden können. Inzwischen hat Peter Fitzek mit dem Geld seiner Anhängerschaft zwei Schlösser in Sachsen mit mehren Hektar Land sowie ein heruntergekommenes Hotel in Niedersachsen  gekauft. Im Brandenburgischen Rutenberg übernahm das KRD eine landwirtschaftliche Genossenschaft in Zusammenarbeit mit der extrem rechten Anastasia-Bewegung. Und auch weiterhin zeigt das KRD Expansionsbestrebungen.

 

KRD am rechten Rand

Nicht nur die Kooperation mit der extrem rechten Anastasia-Bewegung offenbart die Ideologie der Sekte. Fitzek pflegt enge Freundschaft zu dem Holocaustleugner Nikolai Nerling, der mehrfach in Wittenberg zu Gast war. Auch lobte Fitzek AfD-Politiker und interviewte zwei AfDler für die KRD Webseite. Er selbst wiederum gab dem extrem rechten Magazin „Compact“ ein Interview.

In Videobotschaften verkündet Fitzek regelmäßig seine Botschaften. Auch seine antisemitische Weltsicht, dass eine kleine Gruppe von Jüd*innen die Welt steuere, verbreitete Fitzek in einem Video: „Die Eliten wollen den Krieg, zur Etablierung und Aufrechterhaltung von Angst in der Masse der Bevölkerung. Denn von dieser Angst, davon profitieren sie wiederum.“ Fitzek meint, es gehe darum „den Menschen so viel Angst zu machen, dass sie die neue Weltordnung der Satanisten einfach annehmen“. Hinter diesen Machenschaften stehe die „Chabad“, die „eine messianisch-jüdische Endzeitsekte“ sei.

Fitzek vertritt auch die Ideologie der „Germanischen Neuen Medizin“ des ehemaligen Arztes und Antisemiten Ryke Geerd Hamer. Nach deren Auffassung seien eigentlich Gedanken und Gefühle die Ursachen für körperliche Probleme. Fitzek behauptet, auch schon Totgesagte geheilt zu haben.

 

Organisierung „KRD-Hamburg“

Ina Gravenkamp (1.v.r), Andreas Lütge (3.v.r.), Johanna Sophie M. (hellblaue Jacke) und Stephan „Kalyan“ H. (helle Mütze) bei einer Wanderung im Sachsenwald (Aumühle) am 15. Oktober 2023

Spätestens seit 2019 versucht Peter Fitzek mit seiner rechtsesoterischen Sekte KRD auch in Norddeutschland Fuß zu fassen. Unter enger Anbindung von Britta Vogelberg, Holger Wiese und Kevin Mender aus Düsseldorf, die unter dem Namen „Leucht-Turm“ die Seminare für KRD veranstalten, wurde die „Repräsentative Regionalstelle Hamburg“ aufgebaut. Alle drei waren vergangenes Wochenende auch beim „Zukunftskongress“.

Seit im Sommer 2023 Andreas Lütge aus Hamburg und Ina Gravenkamp aus Barsbüttel die regionale Koordination in Hamburg übernommen haben, steigt die Aktivität in der Regionalgruppe merklich an. Pick-Up-Artist und „Coach“ Lütge ist bereits von „Querdenken-40“ bekannt, wo er zur Kernorganisation zählte.

Andreas Lütge als Mitorganisator der „Querdenken-40“-Kundgebung am Jungfernstieg am 15. August 2020. Bild: Pixelarchiv

 

Bereits im Juni 2023 trat Lütge organisatorisch bei einem KRD-Seminar im „Yoga Circus“ in Buchholz in der Nordheide in Erscheinung. Gemeinsam mit seiner Partnerin Ina Gravenkamp ist er seitdem Admin und Ansprechpartner in der Telegram-Gruppe „KRD-Hamburg“. Mittlerweile haben die beiden das Projekt „Neue Deutsche Akademie der freien Menschen“ aufgebaut und geben im Impressum ein Postfach in Buchholz in der Nordheide an mit dem Hinweis „Regierungsbezirk Lüneburg der preußischen Provinz Hannover“. In der Beschreibung ihrer Kurse offenbaren sie ihre völkische Ideologie. Sie verfolgen die Absicht „den deutschen Geist insgesamt zu fördern und damit zu einer friedlichen und starken deutschen Volksgemeinschaft beizutragen“. Das Logo der „Akademie“ besteht aus verschiedenen Runen, wie der Tiwaz-/Tyr-Rune, die im Nationalsozialismus u.a. von der Hitlerjugend, der SA und einer SS-Freiwilligendivision verwendet wurde. Ihre Verwendung kann strafbar sein. Der Gebrauch der Worte „Rassen“ und „Weiber“ auf der Webseite zeigt ebenso die rassistische und misogyne Weltsicht der KRD-Regionalleitung.

Lütge etablierte das regelmäßige gemeinsame Wandern im Hamburger Umland als soziales Event zur Mitgliederbindung. Ein Konzept, dass mittlerweile von anderen Regionalgruppen adaptiert wurde. Inzwischen agieren Lütge und Gravenkamp auch auf Bundesebene und tauchten kurzzeitig als „Team Entwicklung“ auf der KRD Website auf.

Ina Gravenkamp (mitte) und weitere KRD-Mitglieder bei einer Wanderung am Einfelder See (Neumünster) am 26. November 2023.

 

Unterstützt werden Lütge und Gravenkamp in der „Repräsentativen Regionalstelle Hamburg“ durch Sigrun Gassmann aus Hagen im Kreis Segeberg. Gassmann ist bereits seit 2022 organisatorisch beim KRD Hamburg tätig und bemüht sich um Vernetzung der Gruppe durch Kennlern-Events. Beispielsweise organisierte sie im Juni 2023 ein Vernetzungstreffen in dem Eppendorfer Bistro „Inpetto“. Die Räumlichkeiten des „Inpetto“ wurden später auch für weitere KRD-Veranstaltungen genutzt. Inzwischen gehören außerdem die Hamburgerin Ines L. und ihre Freundin Anne F. zum Team der Regionalstelle und übernehmen ebenfalls administrative Aufgaben wie die Moderation von Telegram und Organisation von Wanderungen. Erst vor kurzem ist die an der Universität Hamburg promovierte Soziologin Johanna Sophie M. zu dem Orga-Team der Reichsbürger-Gruppe gestoßen.

 

Ines L. (links) und Sigrun Gassmann (rechts) im Gespräch mit Kevin Mender beim „Zukunftskongress“ in Holm am 01. Juni 2024.

 

Sammelbecken für Querdenker & Rechte mit Aussteiger Fantasien

Die antisemitischen Deep-State-Dystopien gepaart mit Esoterik und einem romantisierten Aussteigertraum macht die Bewegung anschlussfähig für die Querdenken-Szene. Dass Fitzek sich bereits im November 2020 mit Querdenken-Gründer Michael Ballweg traf, der sich aktuell wegen Betrug in knapp 10.000 Fällen vor Gericht verantworten muss, überrascht deshalb nicht. Die Sekte profitiert von dem rechten Mobilisierungspotential, dass die verschwörungsideologischen Corona-Proteste hinterließen. Als die Maßnahmen und Demos abklangen, blieben viele sozial isolierte, radikalisierte Personen zurück, die sich auf der Suche nach Gleichgesinnten maßgeblich über Telegram informieren. Dies zeigt sich auch in der Zusammensetzung der Hamburger Mitglieder.

Nicht nur Lütge hat eine organisatorische Vergangenheit bei „Querdenken“. KRD-Mitglied Sabine H. ist ebenfalls von den verschwörungsideologischen Kundgebungen bekannt, wo sie unter anderem Spenden für die Bewegung sammelte. Auf ihrer Suche nach einer neuen Bewegung machte Sabine H. zunächst einen Abstecher bei der Reichsbürgervereinigung „Indigenes Volk Germaniten“. Im Dezember 2022 besuchte sie einen Vortrag der Gruppierung im „Seminarraum in Hamburg“, der von AfD-Spender Ludolf S. betrieben wird. Heute ist sie Teil des KRD und nimmt regelmäßig an Seminaren und Wanderungen teil, so auch am „Zukunftskongress“ letztes Wochenende in Hamburg.

Auch KRD-Mitglied Olga M., die als Coach und „Heilerin“ arbeitet, bewegte sich im Umfeld der Corona-Proteste. Äußerst engagiert betreibt sie mit ihrem eigenen Telegram-Kanal eine Art Kultur-Eventmanagement für Verschwörungsideolog*innen und Rechte in Hamburg. Gemeinsam besuchen sie Ausstellungen oder feiern Silvester. Auf Facebook verbreitet Olga M. Fake News von extrem rechten Medien „Auf 1.TV“ und „Junge Freiheit“ und empört sich über angebliche Impfschäden, der „WHO-Agenda: Frühsexualisierung der Kinder!“ sowie einer WHO gesteuerten „Gesundheitsdiktatur“.

Ebenso Unternehmer im „Bau- und Hausmeisterservice" Stephan „Kalyan“ H. aus Hamburg, der nebenbei als Yoga-Lehrer tätig ist, radikalisierte sich anscheinend über die Corona-Pandemie. Er verbreitete zahlreiche Beiträge von „KenFM“ zum Thema, glaubt an eine Verschwörung um Bill Gates und warnte: „Ich befürchte, dass wir mit medienpropagandistischer Hilfe in totalitärer Kontrolle enden und sogar selber Zuflucht suchen, wenn wir nicht als MENSCHEN sichtbar auftreten.“

 

Anton H. im Gespräch bei einer Wanderung am Einfelder See (Neumünster) am 26. November 2023.

 

Ebenso war der Lüneburger Anton H. bei den verschwörungsideologischen Corona-Protesten aktiv. Der Fan des rechtsesoterischen Influencers Heiko Schrang wähnt sich seitdem im Faschismus, hängt dem antisemitischen Qanon-Mythos um Kinderblut trinkende „Eliten“ an und teilt seit Jahren Fake News und rechte Propaganda. 2019 propagierte er noch: „Mit dem Wissen um die Pläne der Machtelite, das Bargeld abzuschaffen, ist das einer der wichtigsten Gründe, die AfD zu wählen.“ Im Juni 2023 kündigte er an, möglichst viel Zeit in dem KRD-Sitz Bärwalde verbringen zu wollen und sich am Hamburger Strukturaufbau zu beteiligen. Seitdem ist er regelmäßig bei KRD Events zu sehen und beteiligte sich auch das Wochenende über am „Zukunftskongress“.

Mit dabei ist auch Flat-Earth Anhänger Dustin v. I., der sich bei Facebook abstrusen Verschwörungsmythen hingibt. Der selbstständige Küchenbau-Unternehmer aus Haseldorf im Kreis Pinneberg teilte 2022 noch fleißig AfD und NPD Propaganda. Heute folgt er noch AfD-Politiker Karsten Hilse und ist überzeugt von einer systematischen Vernichtung Deutschlands durch das „satanistisch-destruktive System“: „Egal welche Partei, alle dienen den Selben und die hassen uns und wollen uns enteignen, versklaven und vernichten!“

 

Dustin v. I. beim „Zukunftskongress“ in Holm am 01. Juni 2024. Bild: isso.media

 

Anschluss an das „Königreich“ fand auch ein junger Mann, der im Juni 2023 mit Eisernem Kreuz um den Hals am konspirativ-organisierten „Systemausstieg“-Seminar in Buchholz in der Nordheide teilnahm. Einen Monat später wanderte er mit dem KRD durch die Harburger Berge. Seit Anfang des Jahres sucht er die Nähe zur NPD. So trug er im Februar beim geschichtsrevisionistischen Aufmarsch in Dresden das Transparent der NPD Hamburg und marschierte am 1. Mai mit NPD Landesvorsitzenden Lennart Schwarzbach durch Celle.

 

NPD und KRD-Anhänger (mitte) beim Neonazi-Aufmarsch in Celle am 1. Mai 2024. Bild: Pixelarchiv.

 

KRD im Bildungsbereich

Die größte Berufsgruppen im KRD stellen, wenn man den Selbstbeschreibungen glaubt, „HeilpraktikerInnen“ und „Coaches“. Ein nicht geringer Teil der Reichsbürgersekte ist jedoch im Sozial- und Bildungssektor tätig. Sektenführer und Koch Fitzek, der selbst Seminare zur „Spirituellen Kindererziehung“ gibt, behauptet „unser Bildungs- und Erziehungssystem ist einfach ein Desaster […] es hinterlässt euch als Krüppel“. Das scheint auch KRD-Mitglied Timo Oyang so zu sehen, der sich am Wochenende auf dem Kongress mit Fitzek persönlich darüber austauschen konnte. Er gründete Anfang 2021 gemeinsam mit Daniel Re und Anja Zarwel aus dem Kern-Team von „Querdenken-40“ den Verein „NeoTopia e.V.“, um darüber eine private Schule in Hamburg aufzubauen. Der Antrag auf Zulassung bei der Hamburger Schulbehörde wurde nach einem kritischen Artikel in der Taz zwar zurückgezogen, der Verein existiert jedoch weiterhin.

 

Timo Oyang (mitte) beim „Zukunftskongress“ in Holm am 1. Juni 2024. Bild: isso.media

 

Das KRD selbst schließt sich in Punkto Bildung der extrem rechte Anastasia-Bewegung an und propagiert die Pädagogik des russischen Musiklehrers Michail Petrowitsch Schetinin, die rechtsesoterische, verschwörungsideologische, rassistische und antisemitische Inhalte transportiert. Auf einer älteren Version der KRD-Website wird erklärt, dass sämtliche bisherigen Lehrpläne außer Kraft gesetzt werden. „Die Bildung wird an der Verfassungsordnung des Königreiches Deutschland ausgerichtet und ein innovatives Schulkonzept nach dem Vorbild der Schetinin-Schule wird flächendeckend eingeführt.“ Die Schetinin-Pädagogik hat mit Freiheit allerdings wenig zu tun, vielmehr werden Kinder ideologisch indoktriniert und streng diszipliniert. Im Oktober 2023 fand im Eppendorfer Bistro „Inpetto“ eine Veranstaltung mit dem Schetinin-Botschafter Richard Kandlin statt, die Ina Gravenkamp in KRD-Gruppen bewarb.

Gleichzeitig arbeiten einige KRD-Mitglieder aktuell in regulären pädagogischen Institutionen und können dort Einfluss auf Kinder und Jugendliche nehmen. So ist beispielsweise Maren B., die gemeinsam mit ihrem Mann Martin B. im KRD Hamburg aktiv ist, in dem Wilhelmsburger Kulturzentrum „Honigfabrik“ für den Bereich Kinderkultur zuständig (siehe auch Stellungnahme Honigfabrik 11.06.24). Zudem ist sie im Vorstand des Kinderladens „Kindergruppe Bollerwagen“ in Eimsbüttel. Seit Dezember 2023 ist Martin B. Teil der „Repräsentativen Regionalstelle Hamburg“. Zum KRD Reichsbürger-Kongress am Wochenende brachten sie drei Kinder mit zum Veranstaltungsort.

 

Maren B. mit Kindern beim „Zukunftskongress“ in Holm am 1. Juni 2024. Bild: isso.media

 

KRD-Mitglied und Lehrer René L. nahm am Wochenende ebenfalls am „Zukunftskongress“ teil. René L. unterrichtet an der Montessori-Schule Fehmarn. Und auch direkt aus dem Staatsdienst scheint es Bestrebungen zu geben, sich dem „Königreich“ anzuschließen. Im April 2023 trat Angelika S.-H. in die öffentliche KRD Telegram Gruppe ein mit den Worten: „Moin. Hier bin ich sicher auch richtig, als Nordheidlerin :) Grüße in die Runde!“. Sie gibt im Berufsnetzwerk „LinkedIn“ an, als Sozialpädagogin beim Gesundheitsamt zu arbeiten. Ihr Name ist zudem 2016 auf der Seite des Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie zu finden. Für den Landkreis Harburg war sie demnach Teil einer Arbeitsgruppe für eine Kommission. Heute organisiert sie Wanderungen für das KRD.

 

Tiefer Fall

Geld wird den Mitgliedern über die Seminarbeträge, Spenden und den Umtausch von Euro in die Pseudo-Währung „Engel“ aus der Tasche gezogen. Wer dies nicht zahlen kann, blitzt eiskalt ab. Als der bereits von den rassistischen „Merkel-muss-weg“-Protesten bekannte Alfons L. aus Hamburg Altona nach einer Möglichkeit fragte, als wenig mobiler Rentner mit wenig Geld an den Seminaren teilnehmen zu können, erhielt er als Antwort von einem KRD-Kader einen Link zu einer esoterischen Website mit dem Kommentar: „An deinen eventuellen gesundheitlichen und Geldthemen kannst du arbeiten, um dir Wünsche zu ermöglichen“.

Nicht jeder ist im „Königreich“ willkommen. Das KRD braucht Geld und Personal. Finanzschwache, Kranke und körperlich Eingeschränkte sind nicht erwünscht. Hinter den ständig beteuerten Phrasen Liebe, Gemeinschaft und Natürlichkeit steckt ein sozialdarwinistisches und neoliberales Menschenbild. Auch darin besteht die Gefahr dieser Sekte. Sie treiben hochradikalisierte Personen weiter in eine Wahnwelt, in Abhängigkeiten und Existenznöte und lassen sie dann fallen.

 

 

 

 

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