Pressemitteilung

AfD-Stiftung aus Hamburg will den Sozialstaat mit der Kettensäge zerstören

Die AfD verkauft sich gerne als die Partei der kleinen Leute. Als die Kümmerer, welche die Sorgen der Menschen ernst nimmt und deren Interessen verteidige. Dabei stellt sich die AfD gegen sozialen Wohnungsbau, gegen eine Mietpreisbremse, gegen die Erhöhung des Mindestlohns und gegen eine Vermögenssteuer aber für die Abschaffung der Vermögenssteuer und für weitere Steuerentlastungen für Gutverdienende. Mit anderen Worten: Die AfD ist eine Partei welche Interessen des Kapitals, der Unternehmen und der Vermögenden vertritt. Diese grundsätzlichen Positionen haben wir auch schon 2025 zuletzt für die Hamburger AfD nachgewiesen und kritisiert.
https://afd-watch-hamburg.org/themen-der-afd/die-sozial-und-wirtschaftspolitik-der-afd-hamburg/

Bei einer bisher geheim gehaltenen Veranstaltung will die Hamburger Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES)1, dies ist die parteinahe Stiftung der Hamburger AfD, nun einen Referenten präsentieren, der noch wesentlich drastischere Pläne hat: Sie macht im August eine Veranstaltung „ Perspektiven der energieintensiven Industrie Deutschlands. Bedeutung im weltwirtschaftlichen Kontext sowie insbesondere auch für Hamburg?“ mit Hans-Bernd Pillkahn.

Der chilenische Präsident Milei mit Kettensäge. Vorbild für die AfD


Der ist allerdings alles andere als harmlos, wie der Titel suggerieren möchte. Er ist ein dubioser Unternehmensberater, der sich in der Szene der Klimawandelleugner bewegt2 und gerne auf Podien der AfD sitzt. So z.B. auf einer Vortragsveranstaltung der AfD-Bundestagsfraktion mit dem Titel „Wieviel Milei braucht Deutschland?“ Beworben wurde der Vortrag Ende Juni 2026 mit einem bekannten Bild des argentinischen Präsidenten Javier Milei mit einer Kettensäge. Der extrem rechte und extrem wirtschaftsliberale Präsident fordert immer wieder mit der Kettensäge den Sozialstaat zu zerstören, Arbeitnehmer*innen-Rechte abzuschaffen, Massenentlassungen von Staatsbediensteten bis hin zur vollkommenen Abschaffung ganzer Ministerien, eine vollkommene Deregulierung der Wirtschaft, die Privatisierung von staatlichen Unternehmen und einen rechten Kulturkampf.

Dem Referenten bei der Hamburger DES, Pillkahn, gehen diese antisozialen Planungen jedoch nicht weit genug: In seiner Analyse für die Bundestagsfraktion der AfD bezeichnete er Mileis Maßnahmen als „Kettensäge ist Handstichsäge.“ Für Deutschland forderte er die Erhöhung der Lebensarbeitszeit von aktuell 15% auf 20%.3 Dies würde aktuell bedeuten, dass wir entweder ein Drittel mehr pro Woche arbeiten müssten, also eine 53-Stunden-Woche hätten oder ein Drittel länger auf die Rente warten müssten. Außerdem will Pillkahn die Ausgaben jeweils um 30% in folgenden Bereichen reduzieren: Bundesbehörden, Landkreisen und Städten, Hochschulen, Großforschungseinrichtungen, Verbänden, Kammern und Innungen.4
Da Pillkahn weiß, dass sich so eine Zerstörung des Sozialstaates nicht demokratisch umsetzen ließe und auf empfindlichen Widerstand stoßen würde, empfiehlt er eine Präsidial-Diktatur, wie sie Milei anstrebt, statt einer parlamentarisch legitimierte Verwaltung.
Felix Krebs vom Hamburger Bündnis gegen Rechts: „Mit der Einladung von Hans-Bernd Pillkahn entblößt die Hamburger AfD-Stiftung ihr wahres Gesicht. Sie setzt auch in Wirtschafts- und Sozialfragen auf ein undemokratisches, extrem unsoziales und letztlich faschistoides Gesellschaftsmodell.“ 

Hamburger Bündnis gegen Rechts

1Zu unserer grundsätzlichen Kritik an der DES Hamburg siehe:
https://www.hbgr.org/wer-ist-die-hamburger-afd-stiftung-und-welche-chancen-hat-sie/
https://www.hbgr.org/voelkisch-nationalistische-tagung-im-schloss-reinbek/

2https://www.kontextwochenzeitung.de/debatte/589/blumen-am-wegesrand-8302.html

3Gemeint von Pillkahn sind die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden im Leben eines Menschen verglichen mit der gesamten Lebenszeit, inklusive Kindheit, Ausbildung, Schlaf, Freizeit und Rentenzeit.

4Alle „Empfehlungen von Pillkahn ab Minute 27:30 https://www.youtube.com/watch?v=05AqZzDmg6I