Demo: Sechs Jahre nach Hanau

Aus Worten werden Taten.
Am 19. Februar 2020 folgte auf rechte Hetze ein rassistischer Anschlag. Neun Menschen wurden in Hanau ermordet. Ihre Namen dürfen wir nicht vergessen: Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin. Am 10. Januar 2026 ist außerdem Ibrahim Akkuş an Spätfolgen seiner Verletzungen durch den Anschlag verstorben.
Wir gehen auch dieses Jahr wieder auf die Straße, um der Toten zu gedenken.
Gemeinsam mit den Angehörigen fordern wir: Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen! Sechs Jahre nach der Tat sind wesentliche Fragen offen. Für die behördliche Untätigkeit in der Tatnacht hat bis heute niemand Verantwortung übernommen – und auf eine Entschuldigung warten die Angehörigen noch immer.
Stattdessen versuchen Stadt und Politik, das Gedenken kleinzuhalten und die Stimmen der Angehörigen zum Schweigen zu bringen. So musste sich Emis Gürbüz öffentliche Kritik und sogar die Ankündigung der Hanauer Stadtregierung gefallen lassen, künftig keine offiziellen Gedenkveranstaltungen mehr auszurichten – nur weil sie am fünften Jahrestag das Versagen der Stadt offen benannt hatte. Obwohl die bisherigen Gedenkakte selten mehr als warme Worte boten, sind selbst diese der Politik heute schon zu viel.
So auch die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung: Parteien überbieten sich in Ausgrenzungspolitik. Migrant:innen werden entrechtet, abgeschoben und an den europäischen Grenzen immer brutaler zurückgedrängt. Gleichzeitig kürzt die Regierung Sozialleistungen und steckt Milliarden in die Bundeswehr.
Der Bundeskanzler hetzt offen rassistisch. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis aus Worten wieder Taten werden. Sowohl der Kanzler als auch alle anderen Hetzer:innen tragen für die Taten eine Mitschuld.
Lasst sie uns gemeinsam daran erinnern und Widerstand mobilisieren.
Für Konsequenzen und Gerechtigkeit müssen wir selbst kämpfen: Schließen wir uns zusammen gegen die, die uns spalten möchten, gegen jede Politik der Ausgrenzung, des Nationalismus und der Spaltung. Kämpfen wir für eine friedliche Welt, in der wir uns als Menschen begegnen können – mit gleichen Rechten und gleich an Würde, die uns niemand nehmen darf.
Lasst uns gemeinsam am Samstag, den 21.02.2026, ab 14 Uhr auf die Straße gehen!
Wunsch der Initiative 19. Februar Hanau: Bitte keine National-/Territorial-/Organisationsflaggen auf der Gedenk-Demonstration.




