Pressemitteilung

AfD-Abgeordneter Mennerich auf Nazi-Parship

Auch die extreme Rechte sucht Partner*innen auf Datingplattformen, bis vor zwei Wochen konnte sie dieses weltweit auf einer speziellen Plattform namens „WhiteDate“ die sich der Erhaltung der „weissen Rasse“ verschrieben hatte. Einer der dort neben Neonazis, Identitären, Germanen und- NS-Fans suchte, war Benjamin Mennerich, Abgeordneter der AfD in der Hamburgischen Bürgerschaft. Die am Arier-Ideal orientierte Plattform wurde schon vor geraumer Zeit von einer Aktivistin gehackt, die sich Martha Root nennt. Sie bot verschiedenen Medien, darunter auch den deutschsprachigen ZEIT, Stern TV und Wochenzeitung einen Einblick in diese Daten an. So berichteten ZEIT und die schweizerische Wochenzeitung schon im Oktober 2025 ausführlich über das rassistische Dating-Portal. Die Zeit schrieb zwar ausführlich über die zu 88 Prozent männlichen Nutzer und deren rechtsextremistische Einstellungen, ihre oftmals antiquierten und frauenfeindlichen Partnerschafts-Vorstellungen, offene NS-Verherrlichungen und ihr fester Glaube an die Überlegenheit der „weissen Rasse“. Der Name Benjamin Mennerich wurde allerdings nicht genannt. 
Aufmerksamkeit bekam „WhiteDate“ dann noch mal, als die Recherche über das Nazi-Parship auf dem diesjährigen Chaos-Computer-Congress in Hamburg vorgestellt wurde und am Ende Martha Root, verkleidet als Pinker Power-Ranger, live die Plattform mit ihren 8.000 Usern löschte. Zuvor hatten die Journalist*innen Christian Fuchs und Eva Hoffmann die wichtigsten Recherche-Ergebnisse über die deutschen User*innen von „WhiteDate“ vorgestellt, wobei Fuchs zwar einen AfD-Abgeordneten aus Hamburg erwähnte, den Namen aber nicht nannte. Dies hatte allerdings zuvor schon Root in einem YouTube Video getan, welches jedoch etwas falsch übersetzt wurde, dafür aber ein Bild von Benjamin Mennerich enthält.

Mennerich trat schon 2019 der Plattform bei, dem Jahr in dem sich auch der Verfassungsschutz aus Nordrhein-Westfalen für die Plattform zu interessieren begann. Philosoph Mennerich benutzte den Tarnnamen Namen „Waldgänger“. Das Pseudonym erinnert an dem Roman „Der Waldgang“ des konservativen Revolutionärs Ernst Jüngers, der zu den intellektuellen Wegbereitern des Nationalsozialismus gehörte und bis heute eine Ikone der Neuen Rechten ist. Mennerich war bei WhiteDate auch in mehreren Untergruppen, wie White Watch Germany, How to build White Communities und Nordish by Nature gelistet.
Es ist uns vollkommen egal, ob Benjamin Mennerich hetero-, homo-, bi,- oder pansexuell ist, ob er auf Menschen mit blauen Augen und blonden Haaren steht, oder auf welche mit braunen oder schwarzen und welchen ethnischen Hintergrund diese haben. Es ist allerdings bezeichnend, dass er ein kaum bekanntes weltweites Dating-Portal benutzte, welches sich der Erhaltung der „weissen Rass verschrieben hat und deren Betreiberin Christiane H. den Untergang der Arier befürchtet und auch vor Kontakten zu Holocaustleugner*innen nicht zurück schreckt.
Felix Krebs vom Hamburger Bündnis gegen Rechts: „Mennerichs Aktivitäten passen zu dem Bild, welches wir uns bisher von ihm machen konnten. Er gehört zum völkischen Flügel der Hamburger AfD, beteiligte sich vor einigen Jahren an den Merkel-muss-weg-Aufmärschen und relativierte laut Aussagen von AfD-Mitgliedern den Holocaust.“ 


Hamburger Bündnis gegen Rechts