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Alexander Dinger und Christian Unger

Die „Identitäre Bewegung“ hetzt gegen Muslime und kopiert Methoden der Linken. Der Verfassungsschutz beobachtet eine Radikalisierung.
Berlin.  Die jungen Männer klettern auf einer Leiter den hellen Stein des Brandenburger Tors hoch. Oben zünden sie Pyrotechnik, schwenken Fahnen und entrollen ein Banner. „Sichere Grenzen – Sichere Zukunft“ steht dort in dicken schwarzen Buchstaben. Die Augustsonne scheint über Berlin, Passanten bleiben stehen, machen Fotos mit ihren Handys. Ein paar Hundert Meter entfernt feiert das Kanzleramt den „Tag der offenen Tür 2016“. Schwerpunkt: Migration und Integration.
Martin Sellner ist stolz. Er sei begeistert von der „patriotischen Aktion“ seiner Leute. In dem Video, das Sellner von sich ins Internet gestellt hat, sieht er eine „Islamisierung“ in Europa aufziehen, schimpft auf „linke kulturelle Hegemonie“ und schwärmt vom „Widerstandspotenzial der Bewegung“.
Kampf für „herrschende Ideologie“
Der Österreicher Sellner, 27 Jahre alt und Trump-Fan, trägt eine Brille mit dickem Rand und einen hippen Kurzhaarschnitt. Er ist einer der Lenker der „Identitären Bewegung“, kurz IB . Auch für die deutsche Szene spielt er eine wichtige Rolle. Sellner studiert Philosophie an der Uni in Wien. Doch viel Zeit verbringt er für seinen Kampf gegen die „herrschende Ideologie“, wie er sagt. Sellner nennt sich Patriot.

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