Unser Redebeitrag von der Demo „Free Clara! Free all Antifas!“ vom 10.01.2026

Herzliche Neujahrsgrüße vom Hamburger Bündnis gegen Rechts – an die Familie und Freund*innen von Clara und an alle antifaschistischen Genoss*innen hier und heute!
Ein Herzensgruß geht an Clara und natürlich an alle gefangenen Antifaschist*innen. Und auch an alle, die abgetaucht sind.
Wir grüßen die antifaschistischen Genoss*innen, die aktuell in Graz und Dresden angeklagt sind. Unsere Grüße gehen an Maja, die in Ungarn in Isolationshaft sitzt, und deren Urteil nächste Woche fallen wird. Und an Hanna, die mit 5 Jahren eine extreme Haftstrafe bekommen hat, obwohl ihr nicht mal nachgewiesen wurde, dass sie in Budapest dabei war. Und wir schicken einen Gruß an Gino und Zaid in Frankreich.
Kurz zu uns: Das Hamburger Bündnis gegen Rechts steht für eine linke spektrumsübergreifende, antifaschistische Politik. Das ist durchaus nicht immer einfach – aber es ist richtig – und vor allem notwendig. Wir dulden keine rechtsextreme, antisemitische und rassistische Hetze, Gewalt und Terror.
2026 ist ein wichtiges Jahr.
Autoritarismus, radikalisierter Konservatismus und offene Faschisierung sind international auf dem Vormarsch. Die autoritäre Machtformierung ist in Europa längst Realität, rund um uns herum, und diese Realität erreicht uns jetzt auch. Zum Beispiel in der Einstufung der sogenannten Antifa Ost – deren Bezeichnung eine Fremdzuschreibung ist – als Terrororganisation durch die USA. Auch hierwird die Antifa als mediales Feindbild hochgezogen und verfolgt. Dass 2026 die konkrete Gefahr besteht, dass die AfD eine Landesregierung der Bundesrepublik übernimmt, ist eine ganz reale Bedrohung, nicht nur für die Linke, für Antifaschistinnen und Antifaschisten, sondern es ist eine zivilgesellschaftliche (!) Bedrohung. Es wird vor allem arme, migrantische, queere Menschen und an den gesellschaftlichen Rand Gedrängte treffen. Auch ohne die AfD an der Macht, bedient die Bundesregierung bereits deren Diskurs. Ein weiteres Beispiel für diese Kräfteverschiebung nach Rechtsaußen ist das Debanking der Roten Hilfe, des Anarchist Black Cross (ABC) und der DKP.
Fatalerweise ist es so, dass vorauseilender Gehorsam diesen Weg ohne Not freimacht. Das Muster ist historisch bekannt. Das darf so nicht weitergehen!!
2026 ist ein wichtiges Jahr.
Wir müssen der Kriminalisierung antifaschistischer, progressiver emanzipatorischer und linker Strukturen im Kontext der zunehmenden Diskreditierung und Verfolgung von Antifa entgegentreten. Dazu gehören auch Versuche der Spaltung der antifaschistischen Bewegung. Wir sagen: Wir lassen uns nicht spalten, wir distanzieren uns nicht, wir entsolidarisieren uns nicht. Wir sind nicht alle gleich, sogar zum Teil sehr im Widerspruch, aber wir sind alle zusammen im Kampf gegen den Faschismus. Solidarität ist dabei sowohl ein unverzichtbares Fundament wie auch eine Vision von der Gesellschaft von morgen.
Und das muss auch mal gesagt werden: Sich immer wieder einmal ohnmächtig zu fühlen, ist angesichts der Welle die da ranrauscht, auch gewissermaßen normal. Auch dann hilft gelebte und lebendige Solidarität.
Wir können nur einen langen Atem behalten und uns gegenseitig stärken, wenn wir uns nicht in die Erschöpfung und Ermüdung hinein kämpfen. Denn genau das ist das Ziel der rechtsextremen Kräfte. Dann siegt das Gefühl, das Widerstand zwecklos und Anpassung vernünftig sei. Irgendjemand schrieb neulich: „Wir verlieren nicht, weil die anderen zu stark sind. Wir verlieren, wenn wir ihre Macht als Naturgesetz akzeptieren. Genau dagegen muss sich Widerstand heute richten: nüchtern, vernetzt, beharrlich.“
Die 2025 in Havanna/Kuba verstorbene militante Kämpferin Assata Shakur – ehemalige Black Panther-Aktivistin – sagte vor 50 Jahren schon einmal: „Der einzige Weg, momentan auf diesem Planeten in Menschenwürde leben zu können, ist zu kämpfen.“
Das gilt heute noch ganz genauso. Das bleibt unsere Aufgabe.
Und so wird 2026 für unsein wichtiges Jahr, eins des Widerstands und eins der Solidarität.
Schulter an Schulter gegen den Faschismus!
Free Clara!
Free all Antifas!



